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Ebola-Patient wird in Berlin behandelt
Politik 20. Mai 2026 4 Min.

Ebola-Patient wird in Berlin behandelt

Ebola-Patient wird in Berlin behandelt – Die politischen Nachrichten des Tages haben es in sich.

Ein US-amerikanischer Arzt, der sich in der DR Kongo mit dem Ebola-Virus infiziert hat, ist zur Behandlung in der Berliner Charité aufgenommen worden.

Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, versicherte das Gesundheitsministerium.Deutschland hat einen mit Ebola infizierten US-amerikanischen Arzt aufgenommen. Er hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus infiziert und wird nun in der Berliner Charité behandelt. Der Mann war in der Nacht zu Mittwoch in die Klinik gebracht worden.Die USA hatten die Bundesrepublik wegen der kürzeren Flugzeiten von Uganda nach Deutschland und der Erfahrung mit der Versorgung von Ebola-Infizierten um Hilfe gebeten.

Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, man habe Unterstützung zugesagt.Der Transport nach Berlin sollte von Uganda aus mit einem Spezialflugzeug für hochinfektiöse Patienten organisiert werden, wie das Gesundheitsministerium erläuterte. Zur Charité erfolgte der Transport mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehren und Krankenwagen.

Folgendes ist außerdem wichtig zu wissen: Kurz vor 03.00 Uhr erreichte das Spezialfahrzeug das Krankenhaus. Auch sechs Kontaktpersonen des Mannes mit hohem Ansteckungsrisiko wurden nach Deutschland gebracht.Ministerium: Keine Gefahr für BevölkerungDie Charité ist eines der größten Krankenhäuser in Europa. Die Station, auf der die Patienten behandelt werden, sei eine in sich geschlossene und geschützte Einheit und ermögliche die sichere Isolation, Diagnostik und Behandlung von bis zu 20 Menschen gleichzeitig, hieß es vom Ministerium.

Die Abteilung verfüge über eigene Zugangswege, Schleusensysteme, Lüftungs- und Filteranlagen mit Unterdrucktechnik sowie eine geschlossene Abwasseraufbereitung. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Deutschland hatte bereits 2014 drei Ebola-Patienten behandelt.Damals wie heute rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang: Verantwortlich für den aktuellen Ausbruch ist die seltene Bundibugyo-Variante des Virus, für die es weder Impfstoff noch Therapie gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region Zentral- und Ostafrika gilt als hoch.WHO-Notfallausschuss soll Impfstoffkandidaten prüfenDie WHO rief aufgrund der Lage ihren Notfallausschuss ein. Experten sollen Empfehlungen ausarbeiten, wie mit der Lage umgegangen werden soll, sagte WHO-Chef Tedros Ghebreyesus.

Nach Angaben von Anne Ancia, der WHO-Vertreterin im Kongo, prüfe man, welche Impfstoffkandidaten verfügbar seien, um zu evaluieren, ob ein Impfstoff für die Bundibugyo-Variante auf die Schnelle zur Verfügung gestellt werden könne.Das Ausrufen der Notlage solle allerdings keine Panik schüren, sagte ein WHO-Sprecher, sondern Länder darüber informieren, dass es ein dringliches Problem gibt - und die Zusammenarbeit stärken.USA sprechen höchste Reisewarnungen ausAls Reaktion auf den Ausbruch schloss Ruanda seine Grenze zum Osten des Kongo. Die USA gaben für den Kongo ihre höchste Reisewarnung heraus und verhängten Einreisebeschränkungen für Personen ohne US-Pass, die sich kürzlich im Kongo, in Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben.Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sprach von einer extrem ernsten Lage und kündigte Hilfe in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern vor Ort an. "500 Schutzanzüge für medizinisches Personal sollen nächste Woche ausgeliefert werden, ein Schulungsmarathon zum sicheren Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen ist in Vorbereitung", teilte sie mit.

Was das konkret bedeutet: Zudem bereite sich eine Expertengruppe auf einen Einsatz vor.WHO unsicher über Ausmaß der VerbreitungLaut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC begann der aktuelle Ausbruch vermutlich in der dritten Aprilwoche in der nordöstlichen Provinz Ituri der Demokratischen Republik Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt, wurde aber erst Anfang Mai gemeldet. Auch im benachbarten Uganda wurden zwei Fälle gemeldet.Nach WHO-Angaben herrscht große Unsicherheit hinsichtlich der Infektionszahlen und des Ausmaßes der Ausbreitung. Trotz mehr als 500 Verdachtsfällen wurden in der DR Kongo erst 30 Fälle diagnostisch bestätigt.

Laut dem Gesundheitsministerium des Landes wurden in der betroffenen Region inzwischen 134 Todesfälle registriert - es liefen Untersuchungen, um festzustellen, welche Todesfälle tatsächlich mit der Krankheit in Verbindung stünden.Die betroffenen Gebiete sind dicht besiedelt und auf der kongolesischen Seite teils in der Hand von Rebellengruppen. Nach WHO-Angaben leben allein in der Provinz Ituri etwa acht Millionen Menschen.Virologe rechnet nicht mit schnellen ErfolgenStephan Becker, Virologe an der Universität Marburg, sagte in den tagesthemen, er glaube nicht, dass das Virus schnell eingedämmt werden könne, dafür seien die Fallzahlen bereits viel zu hoch. Dies werde "Monate oder noch länger dauern".

Darüber hinaus wurde bekannt: Ein Problem sei, dass es in der DR Kongo nicht genug Personal und Schutzausrüstung gebe, um die Kontakte von bereits Infizierten Personen nachzuverfolgen.Das Erste | tagesschau | 19.05.2026 | 17:00 Uhr

Die politischen Entwicklungen in diesem Bereich werden von Experten und Beobachtern aufmerksam verfolgt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen weiterentwickeln wird.

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