Siegesparade in Moskau - ohne Panzer und Raketen – Die politischen Nachrichten des Tages haben es in sich.
Mit der traditionellen Militärparade in Moskau hat Russland an den Sieg über Nazi-Deutschland erinnert.
Die Liste ausländischer Gäste war kurz. Im Krieg gegen die Ukraine gilt eine dreitägige Waffenruhe - verkündet von US-Präsident Trump.Im Schutz einer von den USA vermittelten Waffenruhe hat Russlands Präsident Wladimir Putin heute die traditionelle Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau abgenommen. Die Feierlichkeiten begannen mit einer Rede Putins.
Er sagte, dass die russische Armee in der Ukraine gegen "aggressive", von der NATO unterstützte Streitkräfte kämpfe. Die "große Leistung" der Roten Armee im Kampf gegen Nazi-Deutschland inspiriere die heutigen Soldaten bei ihrem Einsatz in der Ukraine. "Der Sieg war schon immer und wird auch künftig unser sein", so Putin.US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag in Washington unerwartet mitgeteilt, Putin und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hätten seiner Bitte um eine dreitägige Waffenruhe bis zum 11.
Was das konkret bedeutet: Mai zugestimmt.Beide Seiten wollten auch jeweils 1.000 Kriegsgefangene austauschen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social - verbunden mit der Botschaft: "Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart ausgetragenen Kriegs." Die Gespräche über ein Ende des Kriegs - "des größten seit dem Zweiten Weltkrieg" - gingen weiter.Moskaus eigener Vorstoß für Waffenruhe griff nichtFür die Feier in Russland, die an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert, galt bereits seit Freitag eine von Moskau einseitig ausgerufene Waffenruhe. Trotzdem griff die russische Armee nach ukrainischer Darstellung weiter so oft an, dass Selenskyj laut eigenen Worten zunächst keinen Anlass sah, die Waffen schweigen zu lassen. Beide Seiten überzogen einander mit Drohnenangriffen.
Trumps Waffenruhe begann dann mit dem heutigen Tagesanbruch um 0.00 Uhr Ortszeit in Moskau und Kiew (Freitag 23.00 Uhr MESZ).Selenskyj ging nach eigenen Angaben vor allem wegen des Gefangenenaustauschs auf Trumps Bitte ein. "Ein weiteres Argument für die Ukraine bei der Festlegung unserer Position war stets die Lösung eines der wichtigsten humanitären Probleme dieses Kriegs - nämlich die Freilassung von Kriegsgefangenen", schrieb er auf dem Portal X.Washington verhandelte in zwei RichtungenPutins außenpolitischer Berater Juri Uschakow bestätigte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass die Waffenruhe. Die Vereinbarung sei infolge der jüngsten russischen Telefonkontakte mit der US-Führung zustande gekommen, sagte er.
Wie aus den aktuellen Berichten hervorgeht: "Die US-Vertreter hatten ihrerseits Kontakt nach Kiew." Russland erinnert immer am 9. Mai an die Bezwingung Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg, allerdings dienen die pompösen Feiern auch der Selbstdarstellung und Festigung von Putins Führung. In diesem Jahr findet die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz aber in gedrückter Stimmung statt.
Der von Putin befohlene Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt fest, die versprochenen Erfolge bleiben aus; es regt sich erste Kritik am Kremlchef.ARD-Korrespondentin Silke Diettrich sagte, der 9. Mai sei für viele Russen auch ein "Tag der Tränen", weil jeder einen Großvater oder Urgroßvater habe, der damals ums Leben gekommen sei. "Das ist eigentlich ein Familientag gewesen, wo sich die Menschen vor dem Fernseher versammelt haben, die Kinder in ihren Pyjamas."Dies habe sich zuletzt etwas gewandelt.
Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang: Das Narrativ des Kremls sei, man habe damals die Nazis besiegt und sei heute wieder im Kampf gegen die Nazis, womit der Kreml die Regierung der Ukraine meine. "Die Menschen selber sehen das eigentlich weniger so", so Diettrich auf tagesschau24.Parade ohne Panzer und RaketenDie Vorführung von Panzern, Geschützen und Raketen bei der Parade wurde für die diesjährige Parade gestrichen. In Moskau ging die Furcht vor ukrainischen Drohnenattacken um.
Russland drohte für diesen Fall mit Gegenangriffen auf das Zentrum von Kiew. Als provokante Spitze gegen den russischen Machtapparat unterschrieb Selenskyj eine - wie er es nannte - "Erlaubnis" für die Moskauer Parade. Er führte die genauen GPS-Koordinaten des Roten Platzes auf und wies seine Militärs an, dort nicht anzugreifen.Die Liste ausländischer Gäste ist kurz.
Die weiteren Details dazu: Vertreter international nicht anerkannter Gebilde wie Südossetien und Abchasien wurden mitgezählt. Neben dem stets loyalen Dauergast Alexander Lukaschenko aus Belarus trafen kurz entschlossen noch die Präsidenten von Kasachstan und Usbekistan, Kassym-Schomart Tokajew und Schawkat Mirsijojew, in Moskau ein."Schwarzes Schaf" Fico erwartet baldiges KriegsendeEinziger Gast aus der Europäischen Union ist der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. Er wird nicht an der Militärparade teilnehmen, legte aber am Freitag einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kremlmauer nieder.
Ficos Besuch in Moskau stößt im eigenen Land wie in der EU auf Kritik. Laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR bezeichnete sich der Regierungschef mit seiner Haltung selbst als das "schwarze Schaf" der EU. Es sei aber Dialog mit Moskau nötig, sagte er.
Darüber hinaus wurde bekannt: Seiner Überzeugung nach nähere sich der russisch-ukrainische Krieg dem Ende.Mit Informationen von Björn Blaschke, ARD-Studio Moskautagesschau.de | Erwartungen an die Siegesparade in Moskau | 08.05.2026 | 07:26 Uhr, tagesschau24 | Nachrichten | 08.05.2026 | 21:30 Uhr
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