Brenner gesperrt - bislang keine Staus auf Ausweichrouten – Die politischen Nachrichten des Tages haben es in sich.
Die Brennerautobahn zwischen Österreich und Italien ist wegen einer Demonstration bis zum Abend gesperrt - Tausende protestieren dort gegen die zunehmende Belastung in dem engen Tal.
Größere Staus auf den Ausweichstrecken blieben bislang aus.Die angekündigte Sperrung der Brennerautobahn hat begonnen. Auch die parallel verlaufende Landstraße ist für den Transitverkehr gesperrt. Der Brenner ist die wichtigste Verbindungen zwischen Deutschland und Italien und führt zwischen dem österreichischen Innsbruck und dem italienischen Bozen über die Alpen.
Um 9 Uhr trat die Sperrung für Lkw in Kraft, seit 11 Uhr gilt sie auch für Pkw. Enden soll sie auf der österreichischen Seite um 19 Uhr, auf der italienischen eine Stunde später. In der betroffenen Region sind in dieser Zeit Fahrten nur für den Ziel- und Quellverkehr erlaubt.
Die Hintergründe im Detail: Wer also in einem Ort, zum Beispiel im Stubaital, ein Hotel gebucht hat und das nachweisen kann, darf die Sperre passieren. Auch Radfahrer dürfen die Landstraße zum Brenner benutzen. Alle anderen müssen weiträumig ausweichen - etwa über die Tauernautobahn oder die Schweiz."Überhaupt keine wesentlichen Staus"Kurz vor der Sperrung wurden aus Süddeutschland und Österreich zunächst keine Staus gemeldet.
Der ADAC und das Auswärtige Amt in Berlin hatten vorab gewarnt, dass auf den Ausweichstrecken bis in den Sonntag hinein mit Staus zu rechnen sei. Am Samstagmorgen war die Verkehrslage aber zunächst ruhig. Auf deutscher Seite gebe es derzeit keine Staus wegen der Sperrung der Brennerautobahn, sagte ein ADAC-Sprecher am Morgen.
Die weiteren Details dazu: Vom Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) hieß es am Samstagmorgen, es gebe derzeit "überhaupt keine wesentlichen Staus", es sei "bis jetzt sehr ruhig". "Wir haben schon mit mehr gerechnet", hieß es weiter. Tausende demonstrieren gegen massiven Brenner-VerkehrOffenbar hatten viele Menschen ihre geplante Reise vorgezogen.
Am Freitagabend hatte sich der Verkehr in Deutschland auf der A93 Richtung Grenzübergang Kiefersfelden auf einer Strecke von bis zu 16 Kilometern gestaut, was bis zu einer Stunde Zeitverlust zur Folge hatte. Der ADAC ist mit mehreren Staubeobachtern auf Motorrädern vor Ort im Einsatz, um Tipps zu geben und gegebenenfalls Unterstützung zu leisten. Die Sperrung der wichtigsten Verkehrsverbindung nach Italien fällt in die Pfingstferien mehrerer deutscher Bundesländer.
Ein genauerer Blick auf die Sachlage zeigt: Der ÖAMTC rechnet daher im Laufe des Tages mit stärkerem Reiseverkehr auf der Tauernautobahn (A10) und der Pyhrnautobahn (A9), die weiter östlich über die Alpen führen."Das geht heute in die Geschichte Tirols ein"Anlass der Sperrung der Brennerautobahn ist eine Protestkundgebung gegen die Belastung der Anwohner durch den massiven Verkehr, die der Bürgermeister des angrenzenden Tiroler Ortes Gries, Karl Mühlsteiger, als Privatperson angemeldet hat. Mehrere Tausend Menschen versammelten sich am frühen Nachmittag dazu in Matrei am Brenner. Sie brachten Schilder mit Slogans wie "Genug ist genug!" und "Ruhe im Tal!" mit.
"Es ist sensationell", sagte Mühlsteiger zur Zahl der Demonstrierenden. "Das geht heute in die Geschichte Tirols ein", meinte der Protest-Initiator. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisten mit Zügen und Fahrrädern an.
Dabei ist besonders hervorzuheben: Verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der AlpenFast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Laut dem österreichischen Mobilitätsverein VCÖ waren im vergangenen Jahr auf den Transitrouten der benachbarten Schweiz nur rund 860.000 Lkw unterwegs.
Die Schweiz setzt insbesondere im Güterverkehr stark auf die Bahn.tagesschau.de | Brennervollsperrung wegen Anwohnerprotesten | 30.05.2026 | 10:38 Uhrtagesschau24 | Nachrichten | 30.05.2026 | 10:00 Uhr
Die politischen Entwicklungen in diesem Bereich werden von Experten und Beobachtern aufmerksam verfolgt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen weiterentwickeln wird.
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