Irreguläre Einwanderung in die EU geht deutlich zurück – Die politische Lage in Deutschland bleibt weiterhin spannend.
Irreguläre Grenzübertritte in die EU gehen deutlich zurück - vor allem über die Mittelmeerroute.
Das zeigen Daten der Grenzschutzagentur Frontex für die ersten vier Monate dieses Jahres, die der ARD exklusiv vorliegen.Von Kathrin Schmid, ARD BrüsselDie irregulären Grenzübertritte in die EU nehmen ab. Von Januar bis Ende April registrierte die EU-Grenzschutzagentur-Frontex einen Rückgang von 40 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das zeigen aktuelle Frontex-Daten, die dem ARD-Studio Brüssel exklusiv vorliegen.
In diesem Jahr reisten bisher knapp 29.000 Menschen irregulär in die EU ein - sie kamen also ohne gültige Papiere oder ohne Einreise- bzw Aufenthaltsgenehmigung. Das ist der niedrigste Stand seit Jahren, 2023 lag die Anzahl der Fälle noch drei Mal so hoch.Die Haupteinreise-Route bleibt das zentrale Mittelmeer, meist mit Startpunkt Libyen und Ankunft etwa an der italienischen Küste. Darauf folgt die östliche Mittelmeerroute - etwa über die Türkei nach Griechenland und Zypern.
Ein genauerer Blick auf die Sachlage zeigt: Beide Routen stehen für etwa jeweils rund ein Drittel aller irregulärer Einreisen in die EU.Mehr als 1.200 Tote im MittelmeerDamit setzt sich laut Frontex ein deutlicher Trend fort: Bereits im gesamten Jahr 2025 gingen die irregulären Einreisen um gut ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Zusammenarbeit mit Partnerländern, etwa an der nordafrikanischen Küste, führten unter anderem zu dem Rückgang. Im Gegenzug für EU-Gelder hindern sie Menschen an der Überfahrt und legen zunehmend Schleusern das Handwerk.
Außerdem hielten wohl schwierige Wetterbedingungen zu Beginn des Jahres manche von der gefährlichen Migration ab.Gleichzeitig bleiben die menschlichen Kosten hoch. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind in diesem Jahr bisher mehr als 1.200 Menschen im Mittelmeer gestorben.Deutschland hinkt bei Asylreform hinterherIn knapp einem Monat, am 12. Juni, tritt der EU-Pakt für Migration und Asyl vollständig in Kraft.
Folgendes ist außerdem wichtig zu wissen: Das bedeutet weitreichende Reformen: beschleunigte Asylverfahren an den EU-Außengrenzen und schnellere Abschiebungen sowie eine digitale EU-weite Erfassung aller Ein- und Ausreisen. Bei den Vorbereitungen für die Asylreform hinkt Deutschland nach jüngster Analyse der EU-Kommission hinterher. Demnach hat die Bundesrepublik bisher nicht ausreichend Kapazitäten geschaffen, um schnelle Asyl-Grenzverfahren durchzuführen - vor allem an den Flughäfen.
15 andere EU-Staaten sind laut EU-Kommission ihren Verpflichtungen bereits nachgekommen. Die Analyse für Deutschland ergibt zudem, dass es noch an notwendigen Ressourcen beim sogenannten Screening der Asylsuchenden, also der Erstüberprüfung fehlt. Dazu gehören etwa auch Gesundheitskontrollen.
Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang: Die Bundesrepublik müsse zudem noch Probleme beim Eurodac-System lösen, in dem die eingereisten Personen Fingerabdrücke und andere biometrische Daten von sich speichern lassen müssen. tagesschau.de | EU-Grenzschutz - Irreguläre Einwanderung deutlich gesunken | 15.05.2026 | 06:00 Uhr
Die politischen Entwicklungen in diesem Bereich werden von Experten und Beobachtern aufmerksam verfolgt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen weiterentwickeln wird.
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