USA klagen Kubas Ex-Staatschef Raúl Castro an – Die politischen Nachrichten des Tages haben es in sich.
Vor 30 Jahren wurden zwei US-Flugzeuge von der kubanischen Luftwaffe abgeschossen.
Vier Menschen starben. Nun will das US-Justizministerium Kubas ehemaligen Präsidenten Raúl Castro wegen des Vorfalls verklagen.Die US-Regierung hat eine Klage gegen Kubas ehemaligen Staatschef Raúl Castro angekündigt - und damit den Druck auf die kommunistische Regierung in Havanna erhöht. Dem 94-Jährigen wird nach Angaben von Justizminister Todd Blanche eine Verwicklung in den Abschuss von Flugzeugen durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen.Kubanische Kampfjets attackierten damals zwei Flugzeuge der in Miami ansässigen Exil-Organisation Brothers to the Rescue.
Dabei wurden alle vier Insassen getötet. Castro war zu dieser Zeit Verteidigungsminister.Die kubanische Regierung hatte den Abschuss stets als legitime Reaktion auf das Eindringen in ihren Luftraum verteidigt. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation kam später aber zu dem Schluss, dass sich der Abschuss über internationalen Gewässern ereignete.Anklage wegen MordesLaut Blanche werden Castro und weiteren Personen nun die Zerstörung eines oder mehrerer Flugzeuge sowie vier Morde zur Last gelegt.
Ein genauerer Blick auf die Sachlage zeigt: Den Angaben zufolge soll Castro eine Befehlskette beaufsichtigt haben, die dazu führte, dass es zu dem Abschuss der Flugzeuge kam. Die Klage wurde bei einem Gericht in Florida eingereicht.Castro war Anfang des Monats zuletzt öffentlich aufgetreten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass er das Land verlassen hat oder von der Regierung ausgeliefert werden könnte.
Blanche sagte, Castro solle für seinen Prozess in die USA kommen - egal wie. "Wir erwarten, dass er sich entweder freiwillig oder auf andere Weise hier einfinden wird." Nähere Angaben dazu machte er nicht. Trump will Kuba "befreien"US-Präsident Donald Trump erklärte, die Vereinigten Staaten würden "Kuba befreien", und er könne nicht sagen, wie es für den Inselstaat weitergehen werde.
Darüber hinaus wurde bekannt: Zuvor hatte er Kuba bereits als "Schurkenstaat" bezeichnet, der feindliches ausländisches Militär beherberge. Die Maßnahmen seiner Regierung zielten darauf ab, den US-Einfluss auf dem amerikanischen Kontinent auszuweiten.Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte in einem auf X veröffentlichten Beitrag, dass die Klage gegen Raúl Castro "keine rechtliche Grundlage" habe. Er fügte hinzu, dies zeige die wachsende Frustration der Vereinigten Staaten gegenüber Kuba und die Stärke seiner eigenen Führung.US-Außenminister Marco Rubio stellte Kuba unterdessen Hilfen in Höhe von 100 Millionen Dollar in Aussicht und machte die Führung in Havanna für den Mangel an Strom, Lebensmitteln und Treibstoff verantwortlich.
Kubas Außenminister Bruno Rodriguez nannte Rubio daraufhin ein "Sprachrohr korrupter und rachsüchtiger Interessen". Er schloss die Annahme der Hilfen nicht aus, bezeichnete das Angebot angesichts einer bestehenden US-Wirtschaftsblockade allerdings als "Zynismus".Rechtfertigung für Militäreinsatz?Das Vorgehen gegen Castro erinnert an die Anklage gegen den früheren venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro wegen Drogenhandels. Die US-Regierung hatte dies als Rechtfertigung für einen Militäreinsatz in Caracas im Januar herangezogen, bei dem Maduro gefangen genommen und nach New York gebracht wurde.Trump hatte im März gedroht, dass Kuba nach Venezuela "als Nächstes an der Reihe" sei.
Was das konkret bedeutet: Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel warnte am Montag, dass ein US-Militäreinsatz gegen sein Land zu einem "Blutbad" führen würde.Bayern 3 | Nachrichten | 20.05.2026 | 21:00 Uhrtagesschau.de | USA erheben Anklage gegen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro | 20.05.2026 | 20:25 Uhr
Politische Analysten sehen in dieser Entwicklung einen wichtigen Wendepunkt. Die Debatte darüber dürfte in den kommenden Wochen an Intensität gewinnen.
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