Orban verlässt ungarisches Parlament – Die politische Lage in Deutschland bleibt weiterhin spannend.
Im Mai endet Orbans Zeit als Ungarns Ministerpräsident - nach 16 Jahren.
Nun hat er angekündigt, sich auch aus dem Parlament in Budapest zurückzuziehen. Wahlsieger Magyar warnt derweil vor möglichen Fluchtplänen im Umfeld Orbans.Von Oliver Soos, ARD WienDie Zukunft von Viktor Orban ist eigentlich immer noch ungewiss. Jetzt hat er sich mit einem Videoclip auf seinen Social-Media-Kanälen zu Wort gemeldet.
Seine Ankündigung klingt wie ein halber Rückzug aus der Politik. Orban verzichtet darauf, ins Parlament einzuziehen und dort Oppositionsführer zu werden. "Gerade ist die Präsidiumssitzung der Fidesz-Partei zu Ende gegangen", sagt der 62-Jährige im Video.
Ein genauerer Blick auf die Sachlage zeigt: "Mit voller Kraft laufen die Gespräche über die Erneuerung unseres nationalen Lagers." Die Parlamentsfraktion werde grundlegend umgestaltet. Fraktionsvorsitzender solle Gergely Gulyas werden. "Ich habe beschlossen, mein Parlamentsmandat zurückzugeben", sagt er.
"Man braucht mich jetzt nicht im Parlament sondern bei der Neuorganisation des nationalen Lagers." Orbans Gefolgsmann wird neuer FraktionsvorsitzenderDer neue Oppositionsführer im Parlament, Gergely Gulyas, ist aktuell Orbans Ministeramtspräsident - in etwa ist das vergleichbar mit dem Kanzleramtsminister in Deutschland. Gulyas gilt als Orbans Gefolgsmann. Orban selbst hat vor, Fidesz-Parteichef zu bleiben.
Wie aus den aktuellen Berichten hervorgeht: Das soll auf einem "Fidesz-Erneuerungskongress" im Juni beschlossen werden - eine Erneuerung quasi mit altbekannten Leuten. "Seit fast vier Jahrzehnten leite ich unsere Gemeinschaft", sagt Orban. "In dieser Zeit haben wir Erfolge und Misserfolge erlebt.
Aber unser Lager war durchgehend die geschlossenste und solidarischste politische Gemeinschaft Ungarns und genau diese Einheit braucht Ungarn jetzt auch dringend."Peter Magyar reagiert umgehend mit eigenem Video Wenn es nach dem Sieger der Parlamentswahl, Peter Magyar, geht, dann braucht Ungarn etwas ganz anderes. Magyar reagiert zwei Stunden nach Orbans Videoclip selbst mit einem Social-Media-Video. "Die Tisza-Partei bereitet sich mit voller Kraft auf die Regierungsübernahme vor und auf den Aufbau eines funktionierenden menschlichen Ungarns", sagt Magyar.
Die weiteren Details dazu: "Doch im Hintergrund bleibt auch die Mafia nicht untätig."Mit der Mafia meint er Orban und dessen Umfeld. Laut Transparency International hat Orbans engster Zirkel pro Jahr mindestens vier bis fünf Milliarden Euro an Staatsgeldern an Recht und Gesetz vorbeigeschleust, für eigene Geschäfte, bei denen eine Menge Geld veruntreut worden sei.Magyar spricht von möglichen Fluchtplänen im Umfeld OrbansMagyar sagt, er habe Informationen, dass das Orban-Umfeld aus dem Land fliehen wolle - mitsamt seinem gestohlenen Vermögen. "Während Viktor Orban vor der Übernahme der Verantwortung flieht, laufen im Hintergrund die Vorbereitungen", sagt der künftige Ministerpräsident Ungarns.
"Fordere die Behörden auf, die Kriminellen festzunehmen"Er fordere die Steuer- und Zollbehörde auf, die gestohlenen Gelder unverzüglich zu beschlagnahmen. "Wer seiner gesetzlichen Pflicht nicht nachkommt und seinen Amtseid verletzt, begeht selbst eine Straftat", sagt Magyar. "Ich fordere die Behörden auf, die Kriminellen, die das ungarische Volk um Milliardensummen geschädigt haben, festzunehmen, damit sie nicht, vor der Bildung einer Tisza-Regierung, in Länder fliehen können, wo es derzeit keine Auslieferung nach Ungarn gibt." Die Verbrechen würden aufgeklärt, betont der Politiker.
Was das konkret bedeutet: "Das Vermögen wird zurückgeholt. Wer sich unrechtmäßig auf Kosten des ungarischen Volkes bereichert hat, wird von der unabhängigen ungarischen Justiz zur Rechenschaft gezogen." Plant Lörinc Meszaros Flucht nach Dubai?Magyar sagt, dass er Informationen habe, dass mehrere Oligarchenfamilien Ungarn bereits verlassen hätten. Auch die Familie von Lörinc Meszaros habe vor, in den kommenden Tagen nach Dubai zu fliegen.
Woher die Informationen stammen, sagt der Politiker nicht. Meszaros ist Orbans Schulfreund aus seinem Heimatdorf, der auf wundersame Weise vom lokalen Gas- und Heizungsinstallateur zum Milliardär wurde. In Ungarn wird spekuliert, dass auch Orban selbst fliehen könnte, in die USA, wo seine älteste Tochter mit ihrem Mann lebt.
Die Hintergründe im Detail: Die beiden sind in Ungarn ebenfalls extrem reich geworden. tagesschau.de | Orban verzichtet auf Parlamentsmandat | 26.04.2026 | 01:38 UhrDas Erste | Nachrichten | 26.04.2026 | 01:53 Uhr
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