Wie läuft die Evakuierung der "Hondius" ab? – Die politische Lage in Deutschland bleibt weiterhin spannend.
Nach seiner Ankunft in Teneriffa hat die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes "Hondius" begonnen.
Was geschieht nun mit Passagieren und Crew? Und wie wird das Risiko durch das Virus eingeschätzt? Die wichtigsten Fragen auf einen Blick.Wie läuft die Evakuierung ab?Nach der Ankunft der "Hondius" im Hafen von Granadilla werden nun nach und nach alle Passagiere und ein Teil der Crew von Bord gebracht.
Dies geschieht mit Beibooten, in denen kleine Gruppen von fünf bis sechs Personen an Land übergesetzt werden. Die Passagiere dürfen lediglich leichtes Handgepäck mitnehmen. Als erste Gruppe wurden die spanischen Passagiere von Bord gebracht.
Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang: Vor dem Übersetzen an Land werden alle Gäste und Mannschaftsmitglieder noch auf dem Schiff medizinisch untersucht. Dabei geht es darum, festzustellen, ob akute Krankheitssymptome vorhanden sind. Vom Hafen aus geht es in Bussen zum zehn Minuten entfernten Flughafen, wo bereits die Charterflüge und die Militärmaschinen warten, die die Passagiere zurück in ihre Heimatländer bringen sollen.
Auch in den Bussen werden die Insassen von medizinischem Personal begleitet. Während der gesamten Evakuierung tragen Crew und Passagiere FFP2-Schutzmasken, wie ARD-Korrespondentin Julia Macher berichtet. Die Passagiere werden nur Kontakt zum Personal haben, das bei der Rückführung hilft.
Wie aus den aktuellen Berichten hervorgeht: Kontakte zur Inselbevölkerung wird es nicht geben, versicherte Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska.Das Flugzeug mit den spanischen Touristen ist inzwischen in Richtung Madrid gestartet. Nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde WHO sollen alle Flüge Teneriffa am Sonntag und Montag verlassen, da später eine Schlechtwetterfront aufziehen könnte. Die meisten Menschen an Bord stammen aus EU-Ländern, Großbritannien und den USA.
Auch mehrere Deutsche sind darunter. Die deutschen Passagiere sollen laut spanischem Gesundheitsministerium von den Niederlanden ausgeflogen werden. Dies solle gemeinsam mit Passagieren aus den Niederlanden, Belgien, Griechenland und Teilen der Besatzung geschehen.Wie viele Passagiere sind noch auf dem Schiff?Wie ARD-Korrespondentin Macher weiter berichtet, befanden sich bei der Ankunft im Hafen von Granadilla noch 86 Gäste an Bord der "Hondius", hinzu kommt die Crew des Schiffes.
Darüber hinaus wurde bekannt: Ein Teil der Reisenden hatte die "Hondius" bereits während eines Zwischenstopps an der Insel St. Helena verlassen. Angaben von Spaniens Gesundheitsministerin Monica Garcia zufolge wies am Sonntagmorgen keine Person an Bord des Schiffes Krankheitssymptome auf.
Wie viele Infektionen mit dem Hantavirus sind bekannt?Die WHO spricht von sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen. Drei der Betroffenen starben mutmaßlich infolge der Ansteckung. Bei den Toten handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland.
Folgendes ist außerdem wichtig zu wissen: Da bei Zwischenstopps des Schiffes insgesamt mehr als 30 Passagiere und Besatzungsmitglieder ausgestiegen sind, wird nun weltweit nach potenziellen Verdachtsfällen gesucht. Die "Hondius" hatte ihre Fahrt durch den Südatlantik am 1. April in Ushuaia im Süden Argentiniens begonnen.
Zehn Tage später starb an Bord ein Niederländer, seine Ehefrau verließ das Schiff bei dem Zwischenstopp auf St. Helena und flog am 24. April nach Südafrika, wo sie kurz darauf in einem Krankenhaus starb.
Was das konkret bedeutet: Die deutsche Passagierin starb am 3. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. Wie wird das Risiko infolge des Ausbruchs an Bord eingeschätzt?Gesundheitsbehörden schätzen das Risiko einer weiteren Verbreitung des Hantavirus als gering ein.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus versicherte, dass es sich nicht um einen mit dem Coronavirus vergleichbaren Erreger handele. "Das ist nicht ein neues Covid", betonte er. Zumal auf dem Kreuzfahrtschiff kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei.
Die weiteren Details dazu: Allerdings werden alle Passagiere und Crewmitglieder nach Ankunft in ihren Heimatländern wohl in Quarantäne müssen, da eine Entwarnung wegen der langen Inkubationszeit erst nach Wochen möglich ist. Bis dahin gelten die Passagiere als "Hochrisikokontakte".Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC führt an, dass der bei den infizierten Personen nachgewiesene Andes-Typ des Hantavirus nicht leicht übertragbar sei. Auch wenn dieser Typus der einzige des Virus ist, der auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Doch laut ECDC sei es "unwahrscheinlich, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch in der Bevölkerung" kommt. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in der EU durch eine Ausbreitung sei "sehr gering". Was passiert mit dem Schiff?Sobald die Menschen von Bord gebracht worden sind, soll die "Hondius" mit einem Teil der Crew ihre Fahrt sofort fortsetzen und Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt.
Ein genauerer Blick auf die Sachlage zeigt: Erst dort soll der Leichnam einer an Bord gestorbenen Deutschen vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffes und des an Bord verbliebenen Gepäcks wird in den Niederlanden vorgenommen.tagesschau24 | Nachrichten | 10.05.2026 | 10:00 Uhr, BR24 | Bayern 2 Nachrichten | 10.05.2026 | 08:00 Uhr, tagesschau.de | MV Hondius ankert vor Teneriffa - was passiert jetzt? | 10.05.2026 | 01:03 Uhr
Politische Analysten sehen in dieser Entwicklung einen wichtigen Wendepunkt. Die Debatte darüber dürfte in den kommenden Wochen an Intensität gewinnen.
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