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USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland
Politik 30. April 2026 5 Min.

USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland

USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland – Die politischen Nachrichten des Tages haben es in sich.

Der Streit zwischen Bundeskanzler Merz und US-Präsident Trump spitzt sich offenbar zu: Nun droht Trump, die US-Truppenpräsenz in Deutschland zu reduzieren.

Eine Entscheidung solle "in Kürze" getroffen werden. Er droht nicht zum ersten Mal.Die USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, nachdem dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen Iran geäußert hatte. "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb Trump am Dienstag über Merz. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!".

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang: Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass Iran über Atomwaffen verfüge. Es ist jedoch nicht bekannt, dass sich Merz jemals so geäußert hätte.Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen.

Merz beschwichtigte noch kurz zuvorNimmt man Trumps Äußerungen zum Maßstab, scheint das persönliche Verhältnis zu Merz auf einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck aber am Mittwoch entgegen. "Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverändert gut", sagte er.

Was das konkret bedeutet: "Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander." Über Monate pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein recht gutes Verhältnis zueinander. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben.Die Amerikaner seien in Iran "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen", sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. "Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln", sagte Merz. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung." Trump hatte schon einmal gedrohtTrump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht.

Die weiteren Details dazu: Damals hatte er einige Monate vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus angekündigt, er wolle 12.000 der damals rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Mehrere Tausend davon sollten innerhalb von Europa verlegt werden, andere in die USA zurückkehren. Trump beschrieb das Vorhaben damals als Strafe für die aus seiner Sicht zu geringen deutschen Militärausgaben.

Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne dann nach seinem Amtsantritt. Wichtiger WirtschaftsfaktorDie US-Truppen sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Regionen rund um die Stützpunkte geworden. Tausende Ortskräfte werden vom US-Militär beschäftigt, daneben hängen vor allem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern Tausende weitere Arbeitsplätze von den US-Truppen ab.

Die Hintergründe im Detail: Allein der riesige Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Kaiserslautern mit der größten US-Militärgemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten generiert Schätzungen zufolge jedes Jahr Hunderte Millionen Euro an Löhnen, Gehältern, Mieten und Aufträgen in der regionalen Wirtschaft. Nahe dem Stützpunkt entsteht zurzeit das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA. Dutzende US-Militärstützpunkte in Europa In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte, die bei den weltumspannenden Einsätzen der US-Amerikaner - etwa im Nahen Osten - von enormer Bedeutung sind.

Sie dienen der Stationierung von Truppen, Waffen, Schiffen und Flugzeugen, Drohnen werden von dort aus gesteuert und auch Verletzte versorgt. In Deutschland gibt es neben dem den Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz etwa das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart. Der US-Kongress beschloss Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus, demzufolge die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen darf.

Dabei ist besonders hervorzuheben: Danach müssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustrengen. Noch im März hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten. „Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe“, sagte Merz in Washington nach einem Treffen mit Trump.

Rubio telefoniert mit WadephulWenige Stunden vor Trumps Äußerungen hatte US-Außenminister Marco Rubio nach Angaben aus Washington mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) telefoniert. Rubio und Wadephul hätten über Iran und die Bedeutung der Sicherung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus gesprochen, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott.Merz ist nicht der erste Spitzenpolitiker in Europa, den Trump massiv attackiert. So sind auch der britische Premierminister Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez bei dem Republikaner in Ungnade gefallen.

Ein genauerer Blick auf die Sachlage zeigt: Zuletzt krachte es nach der Kritik des US-Präsidenten am Papst zwischen ihm und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Mit Informationen von Samuel Jackisch, ARD WashingtonDas Erste | Tagesschau | 30.04.2026 | 01:51 UhrNDR Info | Nachrichten | 30.04.2026 | 01:25 Uhr

Politische Analysten sehen in dieser Entwicklung einen wichtigen Wendepunkt. Die Debatte darüber dürfte in den kommenden Wochen an Intensität gewinnen.

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