Wirtschaftsweise senken Prognose deutlich – Die politischen Nachrichten des Tages haben es in sich.
Die Wirtschaftsweisen haben ihre Konjunkturprognose für die deutsche Wirtschaft drastisch nach unten korrigiert.
Langfristig dürften auch die steigenden Sozialversicherungsbeiträge das Wachstum bremsen.Die sogenannten Wirtschaftsweisen haben ihre Prognose für die deutsche Wirtschaft deutlich gesenkt. Die Experten rechnen wegen der Folgen des Irankriegs nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,5 Prozent für das laufende Jahr, wie sie heute in Berlin mitteilten. Für 2027 prognostizieren sie ein Plus von 0,8 Prozent.Im November war der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung noch von einem BIP-Wachstum von 0,9 Prozent in diesem Jahr ausgegangen.
Die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung werde nun jedoch durch die Preissprünge bei Öl und Gas erneut gehemmt. Auch die Bundesregierung und die EU-Kommission hatten ihre Konjunkturprognosen für Deutschland zuletzt halbiert.Inflationsanstieg erwartet"Die durch den Irankrieg gestiegenen Energiepreise erhöhen die Inflation und reduzieren damit die Kaufkraft der privaten Haushalte", heißt es in der aktuellen Frühjahrsprognose der Wirtschaftsweisen. Die Inflation werde in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich auf 3,0 Prozent steigen und im Jahr 2027 nur leicht auf 2,8 Prozent zurückgehen.
Dabei ist besonders hervorzuheben: 2025 waren die Verbraucherpreise noch durchschnittlich um 2,2 Prozent gestiegen."Die hohen Energiekosten belasten auch die Unternehmen, was die ohnehin rückläufige Industrieproduktion weiter verringert und die private Investitionstätigkeit hemmt", so die Experten weiter. Immerhin: Die öffentlichen Ausgaben aus dem Finanzpaket für Verteidigung und Infrastruktur dürften das Wirtschaftswachstum etwas stützen.Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge dämpft WirtschaftsaussichtenIm Fokus des Frühjahrsgutachten steht darüber hinaus die Entwicklung der Sozialversicherungsbeiträge und deren Auswirkung auf die deutsche Volkswirtschaft. Die demografische Alterung verschärfe den Druck auf die Sozialversicherungen, heißt es von den Wirtschaftsweisen.
"Die Ausgaben der Sozialversicherungen steigen schneller als die beitragspflichtigen Einnahmen, daher wird der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz bis zum Jahr 2040 voraussichtlich auf fast 50 Prozent steigen." Diese Entwicklung werde zunehmend zu einem gesamtwirtschaftlichen Belastungsfaktor. Höhere Beitragssätze verteuerten die Arbeitskosten der Unternehmen und verringerten die Nettoeinkommen der Haushalte - und damit deren Konsum. "Der absehbare Anstieg der Ausgaben in den Sozialversicherungen sollte verlangsamt werden.
Die weiteren Details dazu: Gleichzeitig gilt es, die Einnahmenbasis und das Leistungsniveau der Sozialversicherungen zu stabilisieren", sagt Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates Wirtschaft.Der erwartete Anstieg der Beiträge wird das BIP den Berechnungen der Experten zufolge bis zum Jahr 2035 um 0,5 Prozent bis 0,9 Prozent senken. Die Simulationen zeigten zudem, dass jüngere Geburtsjahrgänge über ihr Erwerbsleben hinweg einen deutlich höheren Anteil ihres Lebenserwerbseinkommens für Sozialversicherungsbeiträge aufwenden müssen als frühere Jahrgänge.Rat fordert ReformenUm dem entgegenzuwirken, fordern die Wirtschaftsweisen geringere Ausgaben vor allem in der Krankenhausversorgung und für Arzneimittel. Gleichzeitig sollte die Gesundheitsprävention gestärkt und Reformen auf den Weg gebracht werden.
So würde eine Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von nicht kindererziehenden Ehepartnerinnen und Ehepartnern die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung erhöhen. In der Pflegeversicherung schlägt der Sachverständigenrat, der die Bundesregierung berät, eine neue Reform vor. Demnach sollten erstens die Pflegeeinstufungen auf das vom Expertenbeirat im Jahr 2013 fachlich empfohlene Maß begrenzt werden.
Ein genauerer Blick auf die Sachlage zeigt: Zweitens sollten der wenig zielgenaue Leistungszuschlag und der Entlastungsbetrag abgeschafft werden. Drittens sollte die Kapitaldeckung in der Pflege nach Ansicht der Fachleute neu ausgerichtet werden. Mit Informationen von Till Bücker, ARD-Finanzredaktion.br24 | Nachrichten | 27.05.2026 | 09:00 Uhr
Die politischen Entwicklungen in diesem Bereich werden von Experten und Beobachtern aufmerksam verfolgt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen weiterentwickeln wird.
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