Putin bringt Schröder als Vermittler ins Gespräch – Die politische Lage in Deutschland bleibt weiterhin spannend.
Russlands Präsident Putin und Altkanzler Schröder gelten als Freunde.
Nun hat der Kremlchef ihn als bevorzugten europäischen Vermittler benannt. Die Bundesregierung wies den Vorschlag offenbar bereits zurück.Kremlchef Wladimir Putin hat den seit Langem mit ihm befreundeten Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen, sagte Putin bei einer Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau.
"Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen."Schröder seit Jahren wegen Kreml-Nähe in der KritikSchröder stand wegen seiner Nähe zu Putin und zu russischen Konzernen wiederholt und scharf in der Kritik. Zuletzt hatte er Russlands Angriffskrieg Ende Januar in einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung als völkerrechtswidrig bezeichnet, aber nachgeschoben: "Ich bin aber auch gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind."Schröder war nach seinem Ausscheiden aus der Politik lange Jahre für russische Energiekonzerne aktiv, unter anderem als Präsident des Verwaltungsrats der Nord Stream 2 AG, einer Tochtergesellschaft des russischen Energiekonzerns Gazprom. Keine Reaktion von Schröder, Ablehnung der BundesregierungDas Büro des Altkanzlers teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, Schröder werde sich zu dieser Frage nicht äußern.
Was das konkret bedeutet: Die Bundesregierung hat Putins Vorschlag offenbar bereits zurückgewiesen. Das Angebot reihe sich in eine Serie von Scheinangeboten ein und sei Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands, verlautete aus Regierungskreisen in Berlin. Deutschland und Europa ließen sich dadurch nicht spalten.
Die Verhandlungsoption sei nicht glaubwürdig, da Russland seine Bedingungen nicht geändert habe. Ein erster Test für die Glaubwürdigkeit wäre demnach eine Verlängerung der Waffenruhe durch Russland. Putin: Krieg neige sich "dem Ende zu"Neben scharfer Kritik an europäischer Ukraine-Unterstützung betonte Putin, er sei zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit - dafür solle dieser allerdings nach Moskau kommen.
Wie aus den aktuellen Berichten hervorgeht: Selenskyj hatte eine solche Reise bereits ausgeschlossen. Es ist nicht das erste Mal, dass Putin diese Idee vorbringt. Direkten Gesprächen in einem Drittland setzte der Kremlchef eine belastbare Friedensvereinbarung voraus.
Er sagte mit Blick auf den Ukraine-Krieg auch: "Ich glaube, dass sich die Angelegenheit dem Ende zuneigt". Wie er zu dieser Annahme kommt, ließ er offen.Ablenkung vom aktuellen Kriegsgeschehen?Beobachter vermuten hinter Putins Vorstoß den Versuch, von den jüngsten Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine abzulenken. Die ukrainische Armee hatte dem Aggressor zuletzt empfindliche Schläge versetzt, weswegen sich Putin in der Defensive sehen könnte.Auch die alljährliche Siegesparade zum 9.
Dabei ist besonders hervorzuheben: Mai auf dem Roten Platz in Moskau, bei der in der Vergangenheit die neueste russische Waffentechnik präsentiert wurde, deutet darauf hin, dass Russland sich in einer geschwächten Position befinden könnte. Anstelle von echtem Kriegsgerät wurden lediglich Filme gezeigt.NDR Info | Nachrichten | 10.05.2026 | 00:03 UhrDas Erste | tagesschau | 10.05.2026 | 04:40 Uhr
Die politischen Entwicklungen in diesem Bereich werden von Experten und Beobachtern aufmerksam verfolgt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen weiterentwickeln wird.
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