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Bundesweite Razzia gegen rechtsextreme Organisationen
Politik 06. Mai 2026 3 Min.

Bundesweite Razzia gegen rechtsextreme Organisationen

Bundesweite Razzia gegen rechtsextreme Organisationen – Erneut gibt es wichtige Entwicklungen in der deutschen Politik.

Seit dem Morgen laufen Durchsuchungen der Polizei bei mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppen "Deutsche Jugend Voran" und "Jung und Stark".

Es geht um den Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Von Holger Schmidt und Michael Götschenberg, ARD-HauptstadtstudioSeit dem Morgen durchsucht die Polizei Wohnungen von mehr als 36 mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppen "Deutsche Jugend Voran" (DJV) und "Jung und Stark" (JS). Der Generalbundesanwalt wirft beiden Gruppen vor, kriminelle Vereinigungen gebildet zu haben.

Festnahmen sind nach Informationen von ARD-Hauptstadtstudios und SWR nicht geplant.Die Durchsuchung findet in zwölf Bundesländern statt: Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.Es geht um Beschuldigte, die überwiegend Jugendliche oder junge Erwachsene sind. Einige von ihnen sind nach Informationen aus Ermittlungskreisen bereits in der Vergangenheit als gewalttätig aufgefallen. Viele der 36 Beschuldigten gelten als Rädelsführer der beiden Organisationen.

Die Hintergründe im Detail: Insgesamt schätzen die Sicherheitsbehörden das Personenpotenzial der beiden Gruppen auf jeweils mehrere Hundert. Verdacht der Bildung einer kriminellen VereinigungDer Generalbundesanwalt sieht in den Gruppen jeweils eine kriminelle Vereinigung und hat das Verfahren wegen der möglichen besonderen Bedeutung an sich gezogen.DJV und JS gelten dabei als besonders gewaltbereit. Sie sind neben zahlreichen anderen regional und überregional organisierten rechtsextremistischen Jugendgruppen Mitte 2024 entstanden.

Seitdem sind sie auf dem Schirm der deutschen Sicherheitsbehörden. Julian M., mutmaßlicher Anführer von DJV, wurde im April vergangenen Jahres in Berlin zu drei Jahren Haft verurteilt. Gegen JS ermittelt der Generalbundesanwalt nach Informationen von ARD-Hauptstadtstudio und SWR seit Mitte 2025.Beide Gruppen sind öffentlich präsentSowohl DJV als auch JS agieren bundesweit, wobei DJV mit Berlin und Brandenburg einen klaren regionalen Schwerpunkt hat.

Wie aus den aktuellen Berichten hervorgeht: Beide Gruppen verbindet auch, dass sie alles andere als geheim vorgehen. Vielmehr sind sie seit ihrer Entstehung stark aktionsorientiert, öffentlich präsent und fallen immer wieder durch hohe Gewaltbereitschaft auf. Mehrfach sollen sie Störaktionen gegen Veranstaltungen zum Christopher Street Day organisiert haben.

Auf ihr Konto sollen zudem zahlreiche Gewalttaten gegen queere Menschen und politisch Andersdenkende gehen.Auch in sozialen Medien sind beide Gruppe präsent und versuchen auf diese Weise, neue Mitglieder zu rekrutieren. DJV verfügt beispielsweise über Accounts auf Instagram und Telegram, wo außerdem Veranstaltungen beworben werden, so zuletzt am 1. Beide Organisationen sind besonders eng mit der rechtsextremistischen Partei Heimat verbunden, die früher NPD hieß, sowie deren Jugendorganisation Junge Nationalisten.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang: Beim Aufruf für die Veranstaltung am 1. Mai verbreitete die DJV auf ihrem Telegram-Kanal eine Videobotschaft des Heimat-Vorsitzenden Peter Schreiber.Weiterer Schlag gegen rechtsextremistische JugendgruppenMit der Durchsuchungsaktion hat die Bundesanwaltschaft zu einem weiteren Schlag gegen rechtsextremistische Jugendgruppen ausgeholt. Zuletzt hatte Generalbundesanwalt Jens Rommel mutmaßlichen Mitgliedern der rechtsextremistischen Gruppe "Letzte Verteidigungswelle" vorgeworfen, eine terroristische Vereinigung zu sein.

Seit März 2026 müssen sich acht mutmaßliche Mitglieder der Gruppe vor dem Oberlandesgericht Hamburg verantworten. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft handelt es sich bei der Gruppe um eine terroristische Vereinigung. Mehrere Angeklagte sind noch minderjährig.

Dabei ist besonders hervorzuheben: Sie sollen ein Kulturzentrum im brandenburgischen Alt-Döbern in Brand gesetzt und Anschläge auf Asylbewerber-Unterkünfte verübt oder geplant haben.Das Erste | tagesschau | 06.05.2026 | 08:00 Uhr

Politische Analysten sehen in dieser Entwicklung einen wichtigen Wendepunkt. Die Debatte darüber dürfte in den kommenden Wochen an Intensität gewinnen.

Wir von RadioVelbert halten euch selbstverständlich weiterhin auf dem Laufenden. Bleibt dran!